TdF 2009 – Resümee

4 08 2009

Die Tour de France 2009 ist Geschichte. Nun möchte ich ein paar Daten und Fakten, aber vor allem auch meine Meinung zur Rundfahrt preisgeben!

Durch die ungewohnte, neue Streckenführung und einer Bergankunft einen Tag vor Paris wurde versucht das Rennen lange spannend und abwechslungsreich zu halten. Die Jahre zuvor war es oft der gleiche Ablauf: Vorm zweiten und letzten Einzelzeitfahren schaute man auf Fahrer, die weit vorn im Gesamtklassement und stark im Zeitfahren sind. Wer nach dem Einzelzeitfahren die Gesamtführung anführte, gewann die Rundfahrt. Fertig!

Dieses Jahr sollte die Entscheidung aber am Berg ausgetragen werden. Meiner Meinung nach eine super Sache. Und dann auch noch an dem Berg überhaupt – dem Mount Ventoux. Ich selbst war vor ca. 8 Jahren schon einmal dort und habe mich mit dem Mountainbike hochgequält. Um nicht zu weit auszuholen: Es war seeeehhhhr anstrengend. Übrings wird vielen Radamateuren der Berg zum Verhängnis. Jährlich sterben nach Angaben der örtlichen Behörden 10 bis 20 der sich am Berg versuchenden Sportler durch Überforderung oder Unfälle.

Mt. Ventoux

Außerdem schmückte, nachdem die letzten 3 Jahre darauf verzichtet wurde, ein Teamzeitfahren (leider) wieder eine Etappe der Rundfahrt. Am vierten Tag der Tour de France 2009 stand ein 39 Kilometer langes Teamzeitfahren auf dem Programm. Noch kürzer wäre besser, dann wären die Zeitrückstände schwacher Zeitfahrteams vor den Bergen noch zu verkraften gewesen. Das Teamzeitfahren hat die Tour de France kaputt gemacht. Zumindest für alle Fahrer, die sich Hoffnungen auf Gesamtsieg gemacht hatten und nicht für Astana fuhren. Denn die kasachische Mannschaft gewann mit dem befürchtet großen Vorsprung. Auf Schlagdistanz zu Astana blieb nur Garmin mit 18 Sekunden Rückstand. Saxo Bank auf dem 3. Platz verlor dagegen schon 40 Sekunden, Liquigas und Columbia eine knappe Minute. Weitere Klassementfahrer handelten sich noch deutlich mehr Rückstand ein. So der letztjährige Toursieger Sastre mit 1:37 Minuten und der Vorjahreszweite Evans mit praktisch uneinholbaren 2:35 Minuten – Spannungskiller Teamzeitfahren! Die Distanz von 39 Kilometern war einfach zu lang gewählt.

Team Astana

Team Astana beim EZF

Gut geplant war das also mit der Bergankunft vor Paris, aber Alberto Contador ist die Bergetappen davor und das Einzelzeitfahren schon so stark gefahren(warum auch immer…), dass es schon an ein Wunder hätte grenzen müssen(oder Sturz), wenn ihm am Tag vor Paris jemand das Gelbe Trikot abgenommen hätte. Denn er hatte entspannte 4:11 Minuten Vosprung vor dem 2., Andy Schleck.  Mehrere Attacken der Schleck-Brüder konnten daran dann auch nichts mehr ändern. Auch Armstrong blieb stark und verteidigte seinen 3. Platz.

Am letzten Tag auf dem Weg nach Paris wird das gelbe Trikot ja bekanntlich nicht mehr angegriffen und mehr gefeiert als gefahren. Nur zum Ende auf dem Champs-Élysées wird es für die Sprinter noch einmal ernst. Im Peloton hatte es eine Absprache gegeben: Man wollte um jeden Preis verhindern, dass Marc Cavendish zum sechsten Mal eine Etappe im Schlusssprint für sich entscheidet. Doch wer sollte den Briten aufhalten – und wie? Den Höhepunkt hatte sich Columbia bis zum Schluss aufgehoben: Die Gala-Vorstellung von Sechsfach-Etappensieger Mark Cavendish im Endspurt auf den Champs-Élysées in Paris war geradezu “extraordinaire” und tröstete den Briten wohl auch ein wenig über den zweiten Platz in der Sprint-Gesamtwertung hinweg!

Auf der letzten Tour-Etappe ging es wie gewohnt feucht fröhlich zu. Das Team Astana feierte seine starke Tour. Es war das beherrschende Team der Tour. Beim erfolgreichsten Équipe der Tour hatten es gleich drei Fahrer unter die Top Ten geschafft. Astana brachte mit Contador und Armstrong zwei Fahrer aufs Podium in Paris. Fast hätte es sogar zu einem echten Dreier gereicht. Andreas Klöden wurde am Ende Gesamtsechster. Ganz nebenbei gewann das Team auch noch die Mannschaftswertung – logisch!

Alberto Contador (AST) feierte seinen sicheren ersten Platz …

Das Team Saxo Bank fuhr eine starke Tour. Zunächst sorgte Fabian Cancellara in der ersten Woche für gelbe Freuden. Dann trumpften die Schleck-Brüder Frank und Andy groß auf. Dennoch war Contador am Ende noch eine Nummer zu groß für den “kleinen” Andy. Überschattet wurden diese Leistungen vom schweren Sturz Jens Voigts. Der Berliner musste die Tour schwer verletzt beenden und ist momentan für weitere Untersuchungen/Operationen im Unfallkrankenhaus Marzahn in Behandlung. Voigte…an dieser Stelle: Gute Besserung!!!

Zur Gesamtwertung:  Die ersten drei Plätze in der Gesamtwertung gingen an Alberto Contador (AST), Andy Schleck (SAX) und Lance Armstrong (AST).

Die Sieger der Tour 2009: Franco Pellizotti (LIQ) war der stärkste Kletterer, Alberto Contador (AST) holte den Gesamtsieg, Thor Hushovd (CTT) war der beste Sprinter und Andy Schleck (SAX) der stärkste Nachwuchsfahrer.

 

Ich habe lange überlegt, ob ich mich zum Thema Doping und der außergewöhnlich starken Leistung von Contador, deren Antritte so sehr an Riccardo Ricco erinnern, äußern soll. Ich habe aber beschlossen es einfach jedem selbst zu überlassen sich darüber ein Urteil zu bilden.

 

Bleibt sauber – für einen sauberen Sport, KOnna :)

 

Kurt-Asle Arvesen - Ein bisschen Spaß muss sein! :)

Kurt-Asle Arvesen - Ein bisschen Spaß muss sein! :)





Tour de France 2009

13 07 2009

Das letzte Post ist auf den Tag genau einen Monat her…da wird es mal wieder Zeit für neuen Input!

Momentan findet die Tour de France statt. Sie ist das berühmteste und für die Fahrer bedeutendste Radrennen der Welt. Seit 1903 wird die Tour jährlich im Juli ausgetragen und führt dabei in wechselnder Streckenführung quer durch Frankreich und das nahe Ausland. Die Tour gilt nach der Fußball-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen als drittgrößtes Sportereignis der Welt.

Nach 1377Km verteilt auf 9 Etappen in einer Zeit von 34:24:21 ist heute der erste, verdiente Ruhetag.

Unerwartet trägt ein Frischling(1. Teilnahme an der Tour de France), der Italiener Rinaldo Nocentini das Gelbe Trikot(Führender der Gesamtwertung). Allerdings folgen knapp dahinter Alberto Contador(6 Sekunden) und Lance Armstrong(8 Sekunden) vom Team Astana.

Rinaldo Nocentini

Rinaldo Nocentini

Für mich auch recht überraschend trägt momentan Thor Hushovd(117 Punkte) vor Mark Cavendish(106 Punkte) das grüne Trikot(bester Sprinter). Mal schauen wie die nächsten 3(flachen) Etappen ablaufen. Ich denke, dass Cavendish es sich dort wieder zurück erobern wird – auch wenn er sicherlich nicht bis nach Paris mitfahren wird.

Thor Hushovd

Thor Hushovd

Das gepunktete Trikot(bester Bergfahrer) besitzt momentan mit nicht allzu großem Vorsprung Egoi Martínez. Das wird sich definitiv auch noch mal ändern.

Egoi Martínez

Egoi Martínez

Erfreulich aus deutscher Sicht ist, dass das weiße Trikot(Bester Nachwuchsfahrer unter 25 Jahren) auf den Schultern von Tony Martin aus Cottbus getragen wird. Hoffen wir, dass er weiterhin so stark fährt.

Tony Martin

Tony Martin

AG2R La Mondiale ist definitiv die Überraschungsmannschaft der Tour. Sie haben es tatsächlich geschafft, das gelbe Trikot in den Pyrenäen zu verteidigen. Vielleicht auch, weil sich Astana in der Lauerposition mit 4 Fahrern unter den ersten 6 sichtlich wohl führt. Sie sind nicht gezwungen das gelbe Trikot zu verteidigen, sind aber definitiv in Schlagweite um es zu übernehmen. Das sie das stärkste Team sind ist keine Frage – mehr Dominanz geht kaum.

 

 

 

Contador, Armstrong und Klöden(v.l.)

Contador, Armstrong und Klöden(v.l.)

 

 

Schade ist, dass nach dem starken Giro(de Italia)-Auftritt von Denis Menchov und seinem Team Rabobank sie bei der diesjährigen Tour vom Pech verfolgt werden. Eineinhalb Minuten Rückstand im Auftaktzeitfahren für den Giro-Gewinner, ein Sturz beim Kampf gegen die Uhr mit der Mannschaft und auch sonst jede Menge verlorene Zeit. Vielleicht schafft ja Teamkollege Oscar Freire noch einen Etappensieg.

Team Rabobank

Titelverteidiger Carlos Sastre, der sich in den Pyrenäen zurückhielt und bereits knapp drei Minuten Rückstand im Gesamtklassement hat zeigt sich bisher sehr unauffällig. Will er bei dieser Tour noch was erreichen, muss der spanische Kletterer in den Alpen zulegen.

 

 

 

Carlos Sastre

Carlos Sastre

 

 

Gleiches gilt für Cadel Evans. Er träumt vom Toursieg. Die erste Woche zeigte, dass der Silence Lotto-Kapitän dabei auf sich allein gestellt ist. Immerhin wurde er im Auftaktzeitfahren fünfter, 23 Sekunden hinter Fabian Cancellara(kam für seine Masse als Zeitfahrspezialist bisher erstaunlich gut über die Berge). Sein Rückstand auf die beiden Astana-Favoriten beträgt nach einer Woche drei Minuten. Seine mehrfach gesetzten Attacken verpufften erfolglos.

 

 

 

Cadel Evans

Cadel Evans

 

 

Tom Boonen ist bei Quick Step Sinnbild dieser Tour. Der belgische Sprintstar fährt seiner Form hinterher. Vielleicht sollte er doch lieber einfach bei seinem Koks bleiben. Sowas gehört einfach nicht in den Profi-Radsport. Schlimm genug, dass er überhaupt starten durfte.

 

 

 

Tom Boonen(mitte)

Tom Boonen(mitte)

 

 

Aus deutscher Sicht etwas enttäuschend: Linus Gerdemann. Momentan auf Platz 24 mit einem Rückstand von 4:20 scheint er schon außer Reichweite der Top-Ten-Platzierungen zu sein. Schade, da hatte ich auf etwas mehr gehofft. Zu unserem “Problem-Kind” Andreas Klöden werde ich mich nicht weiter äußern. Soll sich jeder sein eigenes Bild von machen. Sehen konnte man auf der 9.Etappe, dass auch unser Liebling Jens Voigt nicht jünger wird. ;) Ich hoffe ja noch auf eine Revance von Gerald Ciolek fürs letzte Jahr in Paris, wo er im Zielsprint knapp Zweiter gegen Gert Steegmans wurde.

 

 

 

Linus Gerdemann und Gerald Ciolek

Linus Gerdemann und Gerald Ciolek

 

 

Genug Info´s für heute.

Motto des Tages: “Kommt Zeit, kommt Rad.” ;)

Viele Grüße, der KOnna :)








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