Die Tour de France 2009 ist Geschichte. Nun möchte ich ein paar Daten und Fakten, aber vor allem auch meine Meinung zur Rundfahrt preisgeben!
Durch die ungewohnte, neue Streckenführung und einer Bergankunft einen Tag vor Paris wurde versucht das Rennen lange spannend und abwechslungsreich zu halten. Die Jahre zuvor war es oft der gleiche Ablauf: Vorm zweiten und letzten Einzelzeitfahren schaute man auf Fahrer, die weit vorn im Gesamtklassement und stark im Zeitfahren sind. Wer nach dem Einzelzeitfahren die Gesamtführung anführte, gewann die Rundfahrt. Fertig!
Dieses Jahr sollte die Entscheidung aber am Berg ausgetragen werden. Meiner Meinung nach eine super Sache. Und dann auch noch an dem Berg überhaupt – dem Mount Ventoux. Ich selbst war vor ca. 8 Jahren schon einmal dort und habe mich mit dem Mountainbike hochgequält. Um nicht zu weit auszuholen: Es war seeeehhhhr anstrengend. Übrings wird vielen Radamateuren der Berg zum Verhängnis. Jährlich sterben nach Angaben der örtlichen Behörden 10 bis 20 der sich am Berg versuchenden Sportler durch Überforderung oder Unfälle.
Außerdem schmückte, nachdem die letzten 3 Jahre darauf verzichtet wurde, ein Teamzeitfahren (leider) wieder eine Etappe der Rundfahrt. Am vierten Tag der Tour de France 2009 stand ein 39 Kilometer langes Teamzeitfahren auf dem Programm. Noch kürzer wäre besser, dann wären die Zeitrückstände schwacher Zeitfahrteams vor den Bergen noch zu verkraften gewesen. Das Teamzeitfahren hat die Tour de France kaputt gemacht. Zumindest für alle Fahrer, die sich Hoffnungen auf Gesamtsieg gemacht hatten und nicht für Astana fuhren. Denn die kasachische Mannschaft gewann mit dem befürchtet großen Vorsprung. Auf Schlagdistanz zu Astana blieb nur Garmin mit 18 Sekunden Rückstand. Saxo Bank auf dem 3. Platz verlor dagegen schon 40 Sekunden, Liquigas und Columbia eine knappe Minute. Weitere Klassementfahrer handelten sich noch deutlich mehr Rückstand ein. So der letztjährige Toursieger Sastre mit 1:37 Minuten und der Vorjahreszweite Evans mit praktisch uneinholbaren 2:35 Minuten – Spannungskiller Teamzeitfahren! Die Distanz von 39 Kilometern war einfach zu lang gewählt.
Gut geplant war das also mit der Bergankunft vor Paris, aber Alberto Contador ist die Bergetappen davor und das Einzelzeitfahren schon so stark gefahren(warum auch immer…), dass es schon an ein Wunder hätte grenzen müssen(oder Sturz), wenn ihm am Tag vor Paris jemand das Gelbe Trikot abgenommen hätte. Denn er hatte entspannte 4:11 Minuten Vosprung vor dem 2., Andy Schleck. Mehrere Attacken der Schleck-Brüder konnten daran dann auch nichts mehr ändern. Auch Armstrong blieb stark und verteidigte seinen 3. Platz.
Am letzten Tag auf dem Weg nach Paris wird das gelbe Trikot ja bekanntlich nicht mehr angegriffen und mehr gefeiert als gefahren. Nur zum Ende auf dem Champs-Élysées wird es für die Sprinter noch einmal ernst. Im Peloton hatte es eine Absprache gegeben: Man wollte um jeden Preis verhindern, dass Marc Cavendish zum sechsten Mal eine Etappe im Schlusssprint für sich entscheidet. Doch wer sollte den Briten aufhalten – und wie? Den Höhepunkt hatte sich Columbia bis zum Schluss aufgehoben: Die Gala-Vorstellung von Sechsfach-Etappensieger Mark Cavendish im Endspurt auf den Champs-Élysées in Paris war geradezu “extraordinaire” und tröstete den Briten wohl auch ein wenig über den zweiten Platz in der Sprint-Gesamtwertung hinweg!
Auf der letzten Tour-Etappe ging es wie gewohnt feucht fröhlich zu. Das Team Astana feierte seine starke Tour. Es war das beherrschende Team der Tour. Beim erfolgreichsten Équipe der Tour hatten es gleich drei Fahrer unter die Top Ten geschafft. Astana brachte mit Contador und Armstrong zwei Fahrer aufs Podium in Paris. Fast hätte es sogar zu einem echten Dreier gereicht. Andreas Klöden wurde am Ende Gesamtsechster. Ganz nebenbei gewann das Team auch noch die Mannschaftswertung – logisch!
Alberto Contador (AST) feierte seinen sicheren ersten Platz …
Das Team Saxo Bank fuhr eine starke Tour. Zunächst sorgte Fabian Cancellara in der ersten Woche für gelbe Freuden. Dann trumpften die Schleck-Brüder Frank und Andy groß auf. Dennoch war Contador am Ende noch eine Nummer zu groß für den “kleinen” Andy. Überschattet wurden diese Leistungen vom schweren Sturz Jens Voigts. Der Berliner musste die Tour schwer verletzt beenden und ist momentan für weitere Untersuchungen/Operationen im Unfallkrankenhaus Marzahn in Behandlung. Voigte…an dieser Stelle: Gute Besserung!!!
Zur Gesamtwertung: Die ersten drei Plätze in der Gesamtwertung gingen an Alberto Contador (AST), Andy Schleck (SAX) und Lance Armstrong (AST).
Die Sieger der Tour 2009: Franco Pellizotti (LIQ) war der stärkste Kletterer, Alberto Contador (AST) holte den Gesamtsieg, Thor Hushovd (CTT) war der beste Sprinter und Andy Schleck (SAX) der stärkste Nachwuchsfahrer.
Ich habe lange überlegt, ob ich mich zum Thema Doping und der außergewöhnlich starken Leistung von Contador, deren Antritte so sehr an Riccardo Ricco erinnern, äußern soll. Ich habe aber beschlossen es einfach jedem selbst zu überlassen sich darüber ein Urteil zu bilden.
Bleibt sauber – für einen sauberen Sport, KOnna
































